Monika, 51, Lehrerin aus Essen.
Sie hat mir erzählt wie ihr Morgen aussieht. Wecker um 6:00. Beine über die Bettkante. Und dann sitzt sie da und wartet. Eine Minute, manchmal zwei. Nicht weil es hilft. Sondern weil sie den ersten Schritt hinauszögert.
Der fühlt sich an als tritt sie auf eine Glasscherbe. Jeden Morgen. Seit vier Jahren.
Im Schulflur geht sie die ersten Meter auf der Außenkante des Fußes. Damit die Schüler nicht sehen wie sie humpelt. Jugendliche merken alles.
Eine Schülerin hat sie einmal gefragt, ob sie sich verletzt habe.
Sie hat gesagt, sie sei umgeknickt.
Sie hat mir gesagt:
„Ich bin 51. Und ich frage mich, wie das mit 60 sein soll."
Und das Schlimmste war nicht der Schmerz.